Live Video – das Einsatzmittel der Zukunft

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Zunächst mal, ich bin von der Aussgagekraft eines Live-Video voll überzeugt. Es sagt mehr als tausend Worte. Und trotzdem ist das heutige Kommunikationsinstrument der Einsatzkräfte  überraschenderweise noch immer Audio. Seit Jahren waren analoge Funkgeräte das bevorzugte Kommunikationsmittel, um in Verbindung zu bleiben. Vor einigen Jahren haben Deutschland und andere Länder auf digitalen Sprechfunk umgestellt. Das Resultat – Die Einsatzkräfte haben immer massive Probleme mit den technisch bedingten Einschränkungen, z.b. in Wäldern und anderen Situationen, die sie dann zwingen, ihre privaten Mobiltelefone zu verwenden. Und das im Jahr 2018, eigentlich ein Witz.

Ich denke, die heutige Technologie bietet mehr als das, und hier kam vor drei Jahren „CopKa“ ins Spiel. CopKa ist ein Projekt, das vom BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft) für drei Jahre (2015-2018) gefördert wurde (Förderungsnummer 50YB1523) ) mit den Projektpartnern Technische Universität München (Institut für Raumfahrttechnik), IMST GmbH, LSE Space GmbH und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt als Projektträger. TV1 ist auch Projektpartner und kümmert sich um die Bereiche Videokommunikation und die Satellitenkommunikation.
Da eine IP-basierte Satellitenverbindung in den Mittelpunkt der Hauptkommunikationsverbindung der Einsatzkräfte gestellt wird, ist das gesamte Spektrum der Internetdienste jetzt überall verfügbar. Das von IMST entwickelte Satellitensystem, das auf unserem VW-Transporter installiert ist, findet innerhalb von 2 Minuten automatisch den Satelliten. Sobald die Verbindung hergestellt ist, bieten die Geräte eine dedizierte Uplink-Geschwindigkeit von 10 MBit/s. Diese Bandbreite reicht nun aus, um zwei bis vier Live-Videofeeds gleichzeitig in HD-Qualität zu senden oder zu empfangen.
Ein Live-Videokanal wird von der Drohne verwendet, die Live-Videos von ihrer optischen Kamera zum Boden sendet. Ein zusätzliches Infrarot-Videobild kann übertragen werden, um Personen zu suchen oder Glut zu erkennen. Der Drohnen-Videofeed wird an den Kontrollraum gesendet und in die von LSE zur Verfügung gestellte Flugsteuerungssoftware eingebettet. Der Assistent steuert nun die Drohne anhand des Live-Videofeeds, den er mit einer Verzögerung von zwei Sekunden erhält.
Ein Grund dafür ist die Übertragungsgeschwindigkeit der Daten, hin und zurück zum Satelliten, der 36.000 Kilometer über dem Äquator positioniert ist und in Lichtgeschwindigkeit bereits 1,2 Sekunden benötigt. Der Rest der Zeit wird zum Kodieren und Dekodieren des komprimierten Videosignals benötigt. Durch die volle Kontrolle über die Drohne erhält der Assistent aber auch die angebundene Einsatzzentrale einen Überblick über die Situation.
Dies hilft, die richtigen Betriebsmittel zu ordern, um zu vermeiden, dass der Einsatz mit nicht benötigtem Personal und Ausrüstung verstopft wird. Nach Eintreffen der Einsatzkräfte könnte eine Drohne helfen, den Fortschritt verschiedener Arbeitsschritte zu untersuchen.
In einer Übung im Jahr 2017 war eine der Hauptfragen des Einsatzleiters, ob Wasserschläuche an einem abgelegenen Ort installiert wurden und Wasser aus einem Bach für die Pumpen zur Verfügung stehen. (siehe Video oben) . Auch am 17. Oktober 2018 präsentierten sich alle Teammitglieder in einer Abschlussübung bei der Feuerwehr der Technischen Universität München vor Mitgliedern des DLR. Alle Systeme funktionierten. Menschen wurden gerettet. Mission erfüllt.

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